Der Tierschutzhof "Vierpfötchen" heißt Sie herzlich willkommen.


Der Tierschutzhof "Vierpfötchen"  -> Flyer (vom Schutzhof und Verein) ist auf einem ehemaligen Bauernhof untergebracht, der sich in einem winzig kleinen polnischen Dorf befindet. Dieses liegt von Deutschland aus betrachtet 60 km hinter der Grenze (Grenzübergang Küstrin). Zur Zeit (Januar 2014) beherbergt der Hof 35 Hunde und 7 Katzen. Überwiegend nehme ich sehr alte Hündinnen aus polnischen Tierheimen auf, aber auch einige alte oder verletzte bzw. kranke Rüden haben in den letzen Jahren hier ein warmes Plätzchen gefunden.

Dadurch wird der Tierschutzhof immer mehr zum Gnadenhof, denn auch die Hunde, die ich vor längerer Zeit aufgenommen habe, haben längst graue Schnauzen und mittlerweile gibt es kaum noch Tiere, die unter 10 Jahren auf dieser Erde leben. Einige von ihnen, die als Familienhund geeignet sind, könnten noch vermittelt werden. Sie werden unter "Zuhause gesucht"  vorgestellt.

 

Das bin ich

Nach meiner Frühpensionierung als Sozialarbeiterin im Jahr 1998 konnte ich mir ein dauerhaftes Leben in der Stadt Berlin nicht für mich vorstellen und auch zurück nach Köln, wo ich 1952 geboren worden war, zog es mich nicht mehr. Gleich zu Beginn meiner Suche nach einem Plätzchen auf dem Land lernte ich diesen Hof kennen und lieben.

Mein Name ist Gitta Eschenbrücher und das, was mich neben den Tieren wohl am meisten beschäftigt, ist all das, was lebt. Allen voran einige Menschen, zu denen mir der Kontakt sehr wichtig ist und den auch kein Tier mir ersetzen kann. Dann hat auch noch die Malerei einen Platz in meinem Leben bezogen, den ich mir nicht mehr wegdenken kann, auch wenn ich weit weniger zum Malen komme, als mir lieb ist. Aber auch die Landschaft hier, die Natur und der Garten, alles, was dort wächst, krabbelt und fliegt, sind mir ans Herz gewachsen. 

Rudelhaltung

Seit dem Jahr 2000 nehme ich Hunde und Katzen in Notsituationen auf, die alle gemeinsam mit mir Wohnhaus und 2,5 ha umzäuntes Gelände beleben. Die Tiere leben artgerecht völlig frei miteinander, Zwinger sind nicht vorhanden und auch das Wegsperren in Zimmern kennen die Hunde nicht. Die Tiere gehen sehr friedlich miteinander um. Vermutlich ist das zum Teil darin begründet, dass es in der Regel ältere Hündinnen sind, die ich dazunehme und die alle kastriert werden, wenn das gesundheitlich vertretbar ist. Aber auch das spannungsarme Leben, welches Hunde führen können, die nicht weggeschlossen werden und ständigen Kontakt zum Menschen haben, trägt sehr zu diesem ausgeglichenen Klima bei. Diese Art von Rudelhaltung bewirkt, dass es weder Unterdrücker noch Unterdrückte in der Gruppe gibt und so verängstigte und verstörte Hunde recht schnell nach der Aufnahme auftauen, von den anderen lernen und an Selbstbewusstsein gewinnen. Die Veränderungen erscheinen oft wie ein kleines Wunder, wenn man den Anfangszustand der Tiere erlebt hat. Vor allem bei Hunden, die zu Beginn des Aufenthalts ein Alleinsein nicht ertragen können, überrascht es immer wieder, wenn einer von ihnen völlig unerwartet wie selbstverständlich ruhig zurückbleibt. Meist ist das nach zwei bis drei Monaten der Fall, wenn der Hund in dieser Zeit ausreichend gespürt hat, dass er sich auf seinen Menschen verlassen kann.

 

Verein und Stiftung

Seit 2008 bin ich nicht mehr ganz alleine für alles zuständig, was mich sehr entlastet. Auf deutscher Seite haben wir einen Verein (siehe -->  VEREIN) gegründet, der es sich zur Aufgabe macht, Hündinnen und Katzen zu kastrieren und den Kettenhunden in der Umgebung durch isolierte Hütten, langen Laufleinen oder größeren Zwingern das Leben etwas zu erleichtern. Und auch auf polnischer Seite haben sich Menschen gefunden, die Lust hatten,  mit mir zusammen eine Stiftung zu gründen, um am selben Ziel zu arbeiten. Diese Stiftung wurde Ende Dezember 08 vom Gericht anerkannt und ist nun einsatzfähig. Polnische Stiftung und deutscher Verein und natürlich der Tierschutzhof arbeiten eng zusammen. Wir sind sehr zuversichtlich, wir werden noch mehr Menschen finden, die uns helfen. Wir werden auch viel Entmutigendes und Schlimmes treffen, da müssen wir uns nichts vormachen. Aber wenn wir es schaffen, immer nur zu diesem einen Tier zu gucken, welches gerade Hilfe braucht, dann werden sich viele kleine Steinchen zu einem Mosaik zusammenfügen.

Nachtrag (8.5.14)

Was wir nun nach ca sechsjähriger Zusammenarbeit deutlich merken, ist, wie sehr sich Transparenz und Bemühen um Glaubwürdigkeit bemerkbar machen. Wir vom Verein und auch ich mit all den alten und kranken Tieren, machen die Erfahrung, daß Menschen, die sehen, daß hier nicht betrogen wird, die teilweise zu uns kommen und die Hunde erleben können, gern bereit sind, einzuspringen und zu helfen, wenn es der Hilfe bedarf.

 Auch ohne den Druck auf die Tränendrüse ist Tierschutz möglich, denn hilfsbereite Menschen stehen zur Seite, wenn sie keinen Betrug befürchten müssen.